Wo ist da Schilda, bitte?

Stellungnahme von Ortsbürgermeister Martin Pfeiffer, Mauerweg 2 a, 66869 Blaubach, zum Pressebericht in der Rheinpfalz vom 11.08.2007:

Die zwischen Dorfplatz und Alter Schule neu entstandene Treppe ist nicht aufwändig gestaltet. Es handelt sich um schlichte graue Betonblockstufen. Auch die Treppenpodeste wurden in einfacher Bauweise mit Rechteckbetonsteinen hergestellt. Von einer „aufwändig“ gestalteten Treppe kann dann gesprochen werden, wenn beispielsweise hochwertige gestrahlte Betonbauteile, evtl. mit Splittvorsatz oder gar Natursteinmaterial zum Einsatz gekommen wäre. Wenn sich das „aufwändig“ auf die Breite der Treppe bezieht möchte ich hierzu ausführen, dass sich der Gemeinderat ausdrücklich für eine 2,00 m breite Treppe ausgesprochen hat. Wie sich eine nur 1,00 m breite Treppe im Begegnungsverkehr begehen lässt, kann jeder der das will gern an einem Winterabend auf der bestehenden Treppe vom Dorfplatz zur Schulstraße ausprobieren.

Die neue Treppe hat keine behindertengerechte Rampe erhalten. Leider ließ sich angesichts der örtlichen Verhältnisse (mehr als 6,00 m Höhenunterschied) vom Dorfplatz her kein behindertengerechter Aufgang schaffen. Lediglich zwischen dem oberen Hofniveau und der etwa 1,00 m tiefer liegenden Ebene wurde eine Rampe hergestellt. Dies kommt in erster Linie Menschen mit Behinderung zugute. Gleichzeitig geht es dabei aber auch um die Mülltonnen und Fahrräder unserer Mieter, welche in den auf dieser Ebene stehenden Gerätehäusern unterzubringen sind. Menschen mit eingeschränkter Gehfähigkeit können wenn alles fertig ist die Jugendräume aus Richtung Matzenberg kommend völlig barrierefrei erreichen.

Die Kosten für die Treppe werden nicht 115.000 € betragen. Die vom Ortsbürgermeister in der Ratssitzung vom 7. August genannte Summe bezieht sich auf den gesamten 3. Bauabschnitt. D. h. für das Geld werden neben der Treppe auch Stützmauern, Geländer, Beleuchtung, Rampe, unterer Sitzplatz, Terrasse, Zugänge, 2 Stellplätze, Einfahrt, 2 vordere Treppenpodeste inklusiv Geländern, Gehweg, Pflanz- und Rasenflächen hergestellt.

Die Grundstücksgrenze wird durch das Bauvorhaben Neuer Weg nicht um 30 cm überschritten. Folglich gibt es auch keine Grenzüberbauung, welche der Gemeinde zum Nachteil reichen könnte. Die Ratsmitglieder haben lediglich darüber befunden, ob die Unterschreitung des Grenzabstandes hingenommen werden kann

Über die Verwendung des Erlöses aus dem zurückliegenden Straßenfest hat nicht der Ortsbürgermeister befunden. Es wurde in der Sitzung lediglich mitgeteilt, dass die Anlieger der Gemeinde aus dem Erlös dankenswerter Weise eine neue Kaffeemaschine fürs DGH und 3 Stehtische gekauft haben. Der restliche Erlös soll dem Wunsch der Bürger aus Kuseler und Blaubacher Straße entsprechend für Verbesserungen am Spielplatz eingesetzt werden.

Zum Kommentar Schilda lässt grüssen ist es schade, dass der Redakteurin keine treffendere Überschrift eingefallen ist … Wo ist da Schilda?, könnte man auch sagen.

Baustellentourismus. Der ehrenamtlich tätige Ortsbürgermeister war tagsüber zur Arbeit, hat folglich frühmorgens und abends, wenn er auf der Baustelle war, nur wenig von größeren Besucherströmen mitbekommen. Es ist aber sehr erfreulich, dass sich die Bevölkerung für Belange der Gemeinde interessiert. Dass der ein, oder andere mal eine abweichende Meinung formuliert gehört dazu. Vielleicht sollte man erst endgültig urteilen, wenn mal die gesamte Anlage fertig ist.

Die Treppe zur Schulstraße ist nicht mit der neuen Treppe zu den Jugendräumen gleichzusetzen. Die neue Treppe bindet in erster Linie die Jugendräume unmittelbar an den unterhalb liegenden Spielplatz und den Dorfplatz an. Sicherlich wird auch mancher Bürger der in der unteren Hälfte des Matzenbergs wohnt oder weiter in Richtung Röhrbach will die neue Abkürzung gerne annehmen. Im Zusammenhang mit der Baugenehmigung für das Gesamtprojekt musste die Gemeinde überdies auch einige Stellplätze für die Mieter des Anwesens und die Besucher der Jugendräume nachweisen. Da unmittelbar am Haus nicht mehr als 2 Stellplätze möglich sind, wurden die fehlenden Stellflächen auf dem Parkplatz in der Ortsmitte zugeordnet. Damit war es folgerichtig zwischen Parkplatz und Anwesen eine kurze fußläufige Verbindung zu schaffen. Dies vor allem auch im Interesse aller Bewohner des Matzenbergs, sonst würde über kurz oder lang die Verkehrssituation in diesem Bereich noch bescheidener sein, als sie es bereits heute ist.

Schuldentreppe. Die Bezeichnung war bislang im Dorf nicht geläufig. Derjenige der den Begriff geprägt hat möge sich beim Ortsbürgermeister oder den Ratsmitgliedern darüber informieren was die Treppe tatsächlich kostet, und wie die Bausumme bezahlt wird.

Foto.  Die vom Rheinpfalz-Fotografen gefertigten Fotos sind normalerweise sorgfältig ausgewählt und infomativ. Das diesmal in der Zeitung abgedruckte Bild zeigt aber eher die Pflanzringmauer des bergseitigen Nachbarn als die Treppe. Ebenfalls wurde  wohl bewusst eine absolute Nah- bzw. Frontalaufnahme gefertigt. Sicherlich bei mehr Abstand wäre dem Fotografen der Bauzaun im Weg gewesen. Vielleicht kommt eines Tages wenn alles fertig ist mal ein schöneres Foto in die Zeitung.