Als Kusel brannte im Kroatensturm
| Inventarnummer | 1111
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| Fundort | Westricher Rundschau
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| Alter | 1985
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Beschreibung: Bei diesem Belegstück handelt es sich um einen von Rainer Dick verfassten Zeitungsartikel, welcher recht anschaulich die Gegebenheiten in und um Kusel etwa um das Jahr 1635 herum beschreibt. Der Artikel ist am 17.07.1985 in der Westricher Rundschau erschienen.
Hier zwei kurze Textausschnitte:
"Im Spätfrühling des Jahres 1635 sahen die Kuseler Bürger vor den Mauern ihrer Stadt Truppen aufziehen, die sie als die gefürchteten Kroaten erkannten. Die Kroaten waren ein südslawischer Stamm, der in dem nun schon siebzehn Jahre dauernden GroBen Krieg auf Seiten der katholischen Kaiserlichen kämpfte. Kusel jedoch lag mitten im Herzogtum Zweibrücken, das sich mit den Protestanten verbündet hatte. Jetzt also standen die Kroaten vor den Toren der Stadt. Schon einmal während dieses Krieges waren sie hier gewesen, und man wusste, daß sie ihren Ruf durchaus zu Recht hatten. Auch jetzt waren sie im Umgang mit der Bevolkerung der umliegenden Ortschaften sehr rabiat."
"Nach der Zerstörung Kusels wurden auch die umliegenden Dörfer zerstört. „Wie leichenhaft sieht es aus. Die übrig gebliebenen Einwohner nähren sich von Wurzeln und Blättern. So groß ist des Hungers Gier, das es einige gewagt haben, Menschenleichnahme zu verzehren" heißt es in einem nach Holland gerichteten Brief."