Blaubacher Mitteilungsblatt (1975-Juli)

Aus Dorfgeschichte Blaubach
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Inventarnummer
39
Aufbewahrungsort
Fundort
keine Angabe
Alter
keine Angabe

Beschreibung: Das Heft mit der Inventarnummer 39 ist im Archiv 11 mal vorhanden. Dies zeugt davon, dass viele Blaubacher diese kleine "Chronik" über Jahrzehnte aufgehoben haben. Wer sich für dieses sehr informative Werk interessiert kann sich gerne eine Ausfertigung bei der Arbeitsgruppe ausleihen. Die Überschrift der Ausgabe lautet: Das ist unser Dorf. Die Struktur dieses Artikels entspricht grob dem Inhaltsverzeichnis des Hefts.

Inhaltsverzeichnis

S. 1, Vorwort des Bürgermeisters

Vor- und Ausrede des Verfassers

S. 3, Gedicht "Dorfverschönerung" von Hilde Drumm

Dieses Gedicht von Hilde Drumm findet sich auf Seite 3 und thematisiert die Verschönerungen von Blaubach durch den Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden".

Ich kann's eich sahn, es is net geriss,
Wer jeh no Blabach komm als is,
Der kennt sich jetzert nimmeh aus:
Verschwunn is in de Hohl e Haus,
Im Wald, do steht e neiji Hitt,
Un in em Dorf, ganz in de Mitt,
Wo frieher noch e Schuppe war,
Do han se alles ewe g'fahr,
Mit roder Erde uffgefüllt,
Blume, Bänk un e Springbrunne hingestellt.
Die Bushaltestell han se nei gestrich,
Weil das awer zu wenig is, mole se noch e Bild enin,
Jedes, wo vorbeikommt, kann das siehn.
Neije Bürgersteige werre angeleht
Es Milchhäusje hot ach e frischer Anstrich kriet
Un uff em Mauerweg, oh liewer Schreck,
Die wüscht alt Mauer is eweg.
De Friedhof uffgereimt und no Dielekopf e Stroß,
Ich kann's eich sahn, bei uns is was los.
Ach unser Schulheiser, leischte weit,
Für die war's awwer werklich Zeit.
Wo friejer e Mischt war, wachse heit Rose
Sogar die Feldwege sin geteerte Stroße.
Bei uns herrscht noch Gemeinschaftssinn
Fascht jeder stellt sich freiwillig hin.
Do werd geschafft, bis in die Nacht
Un alles schnell uff Hochglanz gebracht.
Mei Blabach is e schenes Neschtche
Un sei Bewohner brave Leit
Mer feiere mol gern e Feschtche
Doch wann es gilt, sin mer bereit
Do halle mer z'samme, das is bekannt
Denn für uns is Blabach am schönschte im ganze Land.


S. 4, Ein alter Reweschnier erzählt "zwischendrin" Geschichten

Bild eines Hirschkäfers.

S. 5, Gemeindebeschreibung

Die Gemeinde Blaubach liegt 1,5km nördlich von Kusel. Bahnstation und Marktort ist Kusel. Blaubacher gehört zur Verbandsgemeinde Kusel.

Einwohnerzahl zum 1.1.1975 442
Größe der Gemarkung 314 ha
Höhenlage 200-375m
Geologische Lage Die ganze Germarkung liegt im Unterrotliegenden (überwiegend Kuseler Schichten) zwischen diesen Schichten Streifen von Basalt. Die Böden bestehen dementsprechend aus Verwitterungsprodukten, sie sind mittelschwer und als sandiger Lehm anzusprechen. Die Gemarkung ist stark kuppiert. Zirka 40% der Gemarkungsflächen zeigen Hängigkeiten von über 12% auf.
Jahresdurchschnittsniederschläge 750mm
Jahresdurchschnittstermperatur 8°C

S. 6, Verkehrsanbindung von Blaubach

S. 7, Bevölkerungsziffern

S. 8, Wandlung der Erwerbsstruktur

S. 9, Erläuterung über die Wandlung der Erwerbsstruktur

S.10, Altersaufbau der Dorfbevölkerung

S.11-14, Von den Nachbarn verspottet

Das Lied Kirmestanz "weesch-de net, wo Blaubach leid" und eine Beschreibung, wie die Blaubacher von den Jugendlichen der umliegenden Dörfer durch es verspottet wurden, finden sich ab Seite 11.

Weesch-de-ned,-wo-blaubach-leid.png

S. 15 und S. 18, Ortslagepläne von 1875 und 1975

Der Plan von 1875 findet sich auf Seite 15, der hundert Jahre neuere von 1975 auf Seite 18.

(Klicken Sie ein Bild an, um es zu vergrößern)

Herrschaftsverhältnisse in Blaubach im Wandel der Geschichte

Auf Seite 31 findet sich eine kurze Übersichtstabelle über die Herrschaftsverhältnisse in dieser Gegend.

Zeitraum Zugehörigkeit
496-843 fränkisch
843 zum Reich Lothars
870 durch Vertrag von Mersen an Deutschland
843-1127 Remigiusland (unter französischem Krummstab)
1127-1444 Unter der Hoheit der Grafen von Veldenz
1444-1801 Herzogl. = Zweibrückisch
1794-1801 Übergang
1801-1814 Unter französischer Herrschaft
1816 Vereinigung der Pfalz mit Bayern, der größte Teil des Herzogtums Zweibrücken kommt an Bayern
1816-1972 Bürgermeisterei Kusel
1972 Verbandsgemeinde Kusel

Maßnahmen der Gemeinde

S.18-24, Baumaßnahmen der Gemeinde von 1909 bis 1975

Maßnahmen: Flurbereinigung, Bildung rationeller Bewirtschaftungseinheiten, Straßen- und Gehwegebau, Abwasserbeseitigung, Ortsverschönerung, Dorfplatz, Bushaltestelle, Anstrich des alten Schulhauses, Umbau des alten Schulhauses zu Wohnungen, Umbau des neuen Schulhauses für Sonderschule "G", Schaffung eines Gemeinschaftsraumes, Instandsetzung der Zufahrtsstraße zur Friedhofshalle, Erschließung von Baugelände (Am Äckerchen und Unterster Wald).

Diese Maßnahmen sind auf Seite 18 abgedruckt, möglicherweise ist die zweite Zeile in der zweiten Spalte (Straße nach Kusel) um eine Zeile nach unten verrutscht.

Zeitraum Baumaßnahme
Ab

1909-1960

Bachverrohrung
1923/31(?)
1935/36(?)[1] Straße nach Kusel (vermutlich 1923/31 zuzuordnen)
Straße nach Oberalben (Mayweilerhof) (vermutlich 1935/36 zuzuordnen)
1936 Beginn der Flurbereinigung (Kosten 1 Million) - durch Krieg unterbrochen
1951 Glockenweihe
1952 Milchhäuschen
1957 Einweihung des neuen Kriegerdenkmals
1959-1960 Flurbereinigung abgeschlossen

Eine Auflistung aller weiteren Baumaßnahmen inklusive deren Finanzierung bis 1974 finden sich bis Seite 24.

Zeitraum Baumaßnahme Gesamtkosten
1953-1955,

1964-1966

Instandsetzung der Innerortsstraßen (Aufgeschlüsselt nach Straßen) für 100.108 DM
1972-73 Ausbau der Gehwege entlang der K 22 für 83.640,73 DM
1959,

1970-1972

Erweiterung der Wasserleitung für 153.954,88 DM
1962-1965,

1971-1974

Abwasserbeseitigung einschließlich Kostenbeitrag für Kläranlage für 115.420,20 DM
1971-1974 Ortsverschönerung (Dorfplatz, Bushaltestelle, Anstrich des alten Schulhauses usw.) für 41.368,90 DM
1972 Bau einer Wartehalle, Kostenbeitrag an Landkreis über 2.988,55 DM
1972 Neubau der Straßenbeleuchtung für 20.351,85 DM
1968-1969 Kinderspielplatz ohne Arbeitslohn dank 39 Helfern

für 7.480,59 DM

1958-1967 Neubau eines Schulhauses mit Außenanlagen, ohne Ausbau des Turnraumes für 146.833 DM
1966-1967 Umbau des alten Schulhauses zu einer Wohnung für 14.946 DM
1970-1971 Umbau des neuen Schulhauses für Sonderschule "G" für 57.541 DM
1970 Ausbau des Turnraumes im neuen Schulhaus als Gemeinschaftsraum für 6.100 DM
1974 Instandsetzung der Zufahrtsstraße zur Friedhofshalle für 13.794,98 DM
1972-1974 Erschließung von Baugelände "Am Äckerchen" für 73.861,74 DM
[o.A.] Erschließung von Baugelände "Unterster Wald" für 279.601,18 DM

Die jeweilige Finanzierung ist im Original unter jeder Maßnahme einzeln aufgeschlüsselt.

Zwischen Seite 23 und Seite 24 findet sich ein handgezeichneter Plan des Gräberfelds auf dem Friedhofes.

S. 25, In Blaubach zu Wohnen

S.26-27, Die Blaubacher Schulen

Ab Seite 26 findet sich ein Artikel über das Blaubacher Schulwesen seit dem 18. Jahrhundert.

S. 28-29, Ein Blaubacher Schulmeister

S. 30, Sonderschule Blaubach

S. 31, Blaubach im Wandel der Geschichte

S. 32, Blaubacher Wappen

Auf Seite 32 findet sich ein kurzer Abschnitt über das Blaubacher Wappentier die stehende silberne Ziege im blauen Feld.

S. 34-38, Bevölkerungsentwicklung von 1480-1973

Bevölkerungsentwicklung - Ab Seite 34 findet sich eine Übersicht mit begleitendem Artikel über die Bevölkerungsentwicklung in Blaubach von 1480 bis 1973.

Bevölkerungsstatistik von Blaubach über den Zeitraum von 1480 bis 1973, zu finden auf auf Seite 36 in diesem Heft


Auf Seite 38 ist eine Liste der Familien aufgeführt, die nach Amerika ausgewandert sind. Insgesamt wanderten demnach 67 Personen aus Blaubach nach Amerika aus.

Auswanderungsjahr Vorname Nachname Anzahl der Familienmitglieder
1816 Abraham Schneider, 5 Pers.
Jakob Daniel, 10 Pers.
Jakob Theiß, 3 Pers.
1832 Jean Adam Sander, 1 Pers.
1841 Daniel Ruth, 6 Pers.
Christian Sander, 1 Pers.
Andreas Braun, 4 Pers.
1847 Adam Weingarth, 8 Pers.
1848 Daniel Sander, 6 Pers.
1853 Heinrich Imbt, 1 Pers.
Karl Schön, 3 Pers.
Nikolaus Becker, 7 Pers.
1856 Georg Kohl, 4 Pers.
1860 Adam Kunz, 8 Pers.

Berufe: Ackerer, Leinenweber, Musikant, Blechschmied.


S. 39-41, Die Geschichte der Besiedlung des Blaubachtales

S. 42-46, Aus dem Lagebuch von 177/18

Ein edler Stifter stiftet Unruhe

"Freud und Leid der Sander'schen Stiftung"

Sage- und Brauchtum

S. 50-53, Der Blaubacher Rehbock

S. 54-55, Die Dorfkerwe

S. 56-58, Geschichte unserer Dorfkerwe

S. 59-61, Die Straußrede

S. 62, Ohne Kerwe geht es nicht

Artikel aus der Kuseler Rundschau "Rheinpfalz" vom 7. August 1971. Wegen Krankheitsfall im Gasthauses Schön drohte die Kerwe auszufallen. Gemeinderat, untersützt von freiwilligen Helfern, übernahm die Veranstaltung und führte sie im neuen Schulhaus durch. Erlös für Dorfverschönerung verwendet.

S. 63, Schpisse und Kerbsche stelle

S. 64, Hexennacht und Maibaum

S. 65, Gemarkungsumgang

1973 fand die Gemarkungsumgehung zum ersten Mal statt (70 Teilnehmer trotz Kälte und Schneeschauer), im Folgejahr reichten 150 Portionen der mittaglichen Feldküche in der Gailbach nicht aus.

S. 66, Die Idee fand Anklang

Im Vorjahr 1975 wurden an der neu errichteten Blockhütte im "Untersten Wald" 230 Portionen Erbseneintopf ausgegeben. Fazit: Die Gemarkungsumgehung war ein großer Erfolg.

S. 67, Siebzig Grenzgänger und ein Hund

Ausschnitt aus der Rheinpfalz vom 17. April 1973 zur Gemarkungswanderung.

S. 70, Der Pfingstquack

S. 71, Heis're Kehle, voller Beudel und ein Hauch aus alter Zeit

Abdruck eines Artikels von Franz Dietrich über das Phänomen der "Pfingstquack" in den Orten unserer Region. Herkunft des Artikels ist nicht richtig lesbar, da in der Kopie am unteren Blattrand nicht mit abgedruckt, noch zu lesen ist auf der Titelseite unten das Datum "9.6.73". Beinhaltet Karte der "Quack-Orte" im Landkreis Kusel.


Fußnoten

  1. Andere Quellen nennen andere Zahlen