Dorfbrunnen

Aus Dorfgeschichte Blaubach
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Blaubach verfügt innerhalb der Ortschaft zur Zeit über drei Brunnenanlagen. Diese dienen im Sommer regelmäßig als Treffpunkt für das soziale Dorfleben, sie werden von Kindern zum Spielen benutzt und ihr Wasser findet oft zum Gießen der Gärten Verwendung. Für die Versorgung des Dorfs mit Trinkwasser sind die Brunnen heute nicht mehr von Bedeutung.

Ausgangslage

Blaubach war, was die Wasserversorgung angeht, in früheren Jahren nur mäßig gut aufgestellt. Überliefert ist, dass es zumindest in der Straße Matzenberg einen Brunnen gab.[1] Dieser befand sich ungefähr vor der Stützmauer des derzeit leer stehenden Hauses Matzenberg 4 von Philipp Creutz(1889-1961). Viele Häuser hatten wohl auch eigene Brunnen in den tiefer liegenden Kellern. Ganz alte Blaubacher konnten sich noch daran erinnern, dass es an den öffentlich zugänglichen Brunnen mitunter auch ganz schön Diskussionen darüber gegeben hat, wer wieviel Wasser entnehmen darf. Bekannt ist auch ein spöttischer Spruch aus den Nachbardörfern: "Wenn de noh Blaabach auf die Kerb geescht muschde Wasser metnemme, dass die der eh Kaffee koche kenne ..."

Anlegung der Brunnenkammern

Etwas besser wurde es mit der Wasserversorgung als bei einer Gemeindeversammlung am 12.August 1905 (vergl. Inventarnummer 258) beschlossen wurde im Gemarkungsteil Röhrbach 3 Brunnenkammern anzulegen und diese über eine Leitung in einen unterirdischen Sammelbehälter Wasserreservoire auf den oberen Matzenberg zu führen. Von dort aus wurden dann Leitungen in alle Ortsstraßen und Häuser geführt. Die Verlegung der Hauptleitung ist damals übrigens so organisiert worden, dass jeder Haushalt entsprechend seiner Personenzahl ein Stück des Leitungsgrabens herstellen musste. Wer Geld hatte durfte graben lassen, wer weniger Geld hatte konnte seinen Beitrag durch Eigenleistung mit Schaufel und Pickhacke leisten, wovon sicher die meisten Gebrauch gemacht haben.

Brunnenkammer 1 in der Wiese kurz unterhalb des Waldes Im Röhrbach
Brunnenkammer 2 etwa 100 m oberhalb der ersten Kammer im Wald Im Röhrbach
Brunnenkammer 3 am oberen Waldrand Im Röhrbach

Betonbrunnen der 1970er Jahre

Aus dem Erlös der Kerweveranstaltung 1971[2] wurde auf dem heutigen Dorfplatz im Zuge der Aktion Unser Dorf soll schöner werden in Eigenleistung ein Brunnen aus drei pyramidenartig übereinander gesetzten Waschbetonschalen errichtet. Das Objekt entsprach dem damaligen Zeitgeschmack und stand ein gutes Jahrzehnt lang ungefähr da wo sich heute der Reweschnierbrunnen befindet.

Aktuelle Brunnensituation

Seit Anfang der 1980-iger Jahre gibt es in Blaubach wieder drei Dorfbrunnen, welche aus dem Wassernetz der früheren Blaubacher Wasserversorgung gespeist werden.

  • Der aus Pumpenstock und rundem Becken bestehenden Brunnen auf der kleinen Grünfläche In der Hohl
  • Der aus einer ummauerten Brunneneinfassung und mannshohem Sandsteinquader mit Hirschkäfer errichtete Reweschnierbrunnen auf der Wiese am Dorfplatz. An desem Brunnen lief das Wasser die ersten Jahre immer oben aus dem Quellstein heraus. Weil das aber fortwährend zu einer sehr häßlichen Algenbildung geführt hat und auch dem in den Stein gemeiselten Käfer abträglich war wurde der Wasserablauf kurz nach der Jahrtausendwende so umgestaltet, dass das Wasser seither seitlich über einen Auslauf aus Kupferrohr ausläuft.

Bei dem runden Trog am Brunnen in der Hohl und bei den beiden rechteckigen Trögen des Brunnens am früheren Milchhaus handelt es sich jeweils um sogenannte "Sauerkrautständer". Diese viele Zentner schweren Teile wurden auf Vermttlung der damaligen Jagdpächter Erwin Helfenstein und Karl Helfenstein von Mitgliedern des Gemeinderates und freiwilligen Helfern in schweißtreibender Arbeit aus zwei Kellern in Dennweiler-Fohnbach und Mayweilerhof heraus geschafft und nach Blaubach transportiert.

Nachweise

  1. Eventuell handelte es sich dabei um den 1850 oder 1876 im Königlich-bayerisches Kreis-Amtsblatt der Pfalz genannten Brunnen, vgl. Ausgabe vom 17.08.1850 und Ausgabe vom 04.03.1876
  2. Blaubacher Mitteilungsblatt (1974-5), S. 16.